Algen und ihr Potential in der Ernährung. Jod, Vitamin B12, Protein, Umami, Omega 3, Fischalternativen - Praktische Anwendung im Alltag mit köstlichen Rezeptvorschlägen.


Abstrakt

Algen gelten als Lebensmittel der Zukunft (UN, WHO, Nestlé Zukunftsstudie, etc.). Warum? Sie wachsen 10-30x schneller als Landpflanzen und können in Aquafarmen auf See oder an Land angebaut werden. Mit den zur Verfügung stehenden Anbaumethoden stehen sie damit nicht in Konkurrenz mit dem Anbau von Lebensmitteln auf den flächenmäßig begrenzten, fruchtbaren Ackerflächen. Damit ist der Anbau von Algen auch unabhängig von steigenden Preisen für Ackerland und ist auch nicht notwendigerweise abhängig von bestimmten Düngemitteln. Algen gelten als nährstoffreich und werden zum Beispiel als nachhaltig zu produzierende, alternative Proteinquelle untersucht und bereits als Quelle für mehrfach ungesättigte Fettsäuren angebaut. Algen können gute Jod- und Vitamin B12-Lieferanten sein, können Ei und Butter in Backwaren ersetzen und den Einsatz von Kochsalz in Lebensmitteln reduzieren helfen. Algen gelten als gesund und enthalten zum Beispiel Pigmente, die als Lebensmittelfarbstoff zum Einsatz kommen, Vitamine, Mineralien mit denen sich Lebensmittel gezielt anreichern lassen und teilweise auch pharmakologisch interessante Moleküle. Der industrielle Algenanbau blickt auf nur ca. 65 Jahre Geschichte zurück und doch stecken schätzungsweise in 70% aller Lebensmittel weltweit schon“ Alge“. Allerdings meist in Form von funktionellen Extrakten (Agar-Agar, Carrageen, Alginate), die aus marinen Makroalgen gewonnen werden. Aber auch der Markt für neue Anwendungen wächst stetig und neuartige Forschungsergebnisse und erste neue Produkte bieten nachhaltige Lösungen für verschiedene Megatrends im Bereich „Lebensmittel“, wie vegane Lebensmittel, natürliche Rohstoffe, kalorienreduzierte LM, salzreduzierte LM und angereicherte LM (Functional Foods).

Vortragszeit

sábado, 08-02-2020, 11:00 Uhr

Redner

Kirstin Knufmann